Beim Kauf eines Campervans oder Wohnmobils ist das maximale Gewicht, das es tragen kann, von Beginn an von dem jeweiligen Hersteller festgelegt. Doch was passiert nun, wenn dieses Gewicht zum Beispiel für den geplanten Ausbau (inklusive Holz, Wassertanks etc.) nicht ausreicht oder der Fahrer keinen Führerschein für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen hat? In solchen Fällen gibt es bei vielen Fahrzeugen die Möglichkeit, das Wohnmobil oder den Camper auf- oder abzulasten, um das Gewicht den Wünschen des Besitzers anzupassen. Wir werden uns näher damit befassen, wie dieser Prozess funktioniert und erzählen dir, was zu beachten ist und welche Kosten damit verbunden sein können.
Das Auf- oder Ablasten eines Wohnmobils bezieht sich darauf, das maximal zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs zu erhöhen oder zu verringern. Beim Auflasten kann mehr Ladung, wie Passagiere oder Gepäck, mitgenommen werden, während beim Ablasten die Ladekapazität reduziert wird. Grundsätzlich ist wichtig zu wissen, dass die erlaubte Zuladung so errechnet wird: Zulässiges Gesamtgewicht – Leergewicht = Erlaubte Zuladung. Sollte die erlaubte Zuladung also nicht ausreichen, ist das Auflasten eine Option für dich.
Wie funktioniert das Auflasten eines Wohnmobils?
Das Auflasten erfolgt normalerweise durch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, die vom Hersteller ausgestellt wird, wenn das Fahrzeug für eine höhere Belastung geeignet ist. Dies erfordert oft Anpassungen an den Federn des Fahrzeugs, um das zusätzliche Gewicht zu unterstützen. Außerdem müssen möglicherweise auch stärkere Reifen verbaut werden, um das erhöhte Gewicht zu tragen. In einigen Fällen kann ein vollständiger Austausch des Fahrwerks erforderlich sein, um eine Auflastung zu ermöglichen.
Welche Vorteile hat das Auflasten eines Campervans?
Das Auflasten deines Wohnmobils ermöglicht eine höhere Zuladung, was bedeutet, dass du mehr Insassen, zusätzliches Gepäck wie E-Bikes und ähnliches mitnehmen kannst. Dies ist sinnvoll, wenn das Gewicht deines Fahrzeugs mit der gewünschten Beladung das maximal zulässige Gesamtgewicht überschreitet, insbesondere bei Wohnmobilen, die für 4 oder 6 Personen ausgelegt sind.
Für Besitzer eines Führerscheins der Klassen 3, C1 oder C bietet sich das Auflasten an, um ein Wohnmobil bis zu 7,5 Tonnen zu fahren und somit mehr Flexibilität auf Reisen zu haben. Wenn du jedoch keine zusätzliche Zuladung benötigst, bringt das Auflasten deines Wohnmobils keine weiteren Vorteile mit sich.
Wie funktioniert das Ablasten eines Wohnmobils?
Im Gegensatz zum Auflasten gestaltet sich das Ablasten des Wohnmobils wesentlich unkomplizierter. Hier ist es erforderlich nachzuweisen, dass das Fahrzeug mit seinem Leergewicht und der Nutzlast das gewünschte Gesamtgewicht nicht überschreitet. In den meisten Fällen beträgt diese Grenze 3,5 Tonnen für die Nutzung mit einem Führerschein der Klasse B (noch: denn aufgepasst! Die Erweiterung des Führerscheins der Klasse B ist endlich da! Finde hier alles über die Erweiterung raus). Für die Ablastung eines Campers sind keine Veränderungen am Fahrzeug selbst erforderlich, da das Fahrzeug durch das geringere Gewicht weniger belastet wird als vom Hersteller vorgesehen.
Allerdings muss die Ablastung von einer Prüfstelle bestätigt werden und die neue Gewichtsklasse muss in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Diese Umstufung des Wohnmobils für die Ablastung kann bei TÜV-Stellen in der Nähe durchgeführt werden. Es ist ratsam, vor Ort nachzufragen, ob dies möglich ist und welche Schritte für die Ablastung des Wohnmobils zu beachten sind.
Hinweis: Obwohl für Wohnmobile oft eine Gewichtsgrenze von 3,5 Tonnen für die Führerscheinklasse B gilt, wird häufig eine Ablastung auf 3.495 Kilogramm anstelle von exakt 3.500 Kilogramm vorgenommen.
Welche Vorteile hat das Ablasten eines Campervans?
Die Hauptvorteile einer Ablastung eines Wohnmobils liegen in den veränderten Führerscheinklassen bei einem geringeren Gewicht. Fahrzeuge mit einem Gewicht von 3,8 oder 4,4 Tonnen dürfen (noch) nur von Personen gefahren werden, die im Besitz eines Pkw-Führerscheins der Klasse 3 (vor 1999) oder den Klassen C1/C sind. Die Erweiterung des Führerschein Klasse B ist aber in Aussicht – hier erfährst du mehr. Inhaber eines neueren Führerscheins der Klasse B dürfen solche Fahrzeuge jedoch nicht lenken. Wenn jedoch das zulässige Gesamtgewicht auf 3,5 Tonnen reduziert werden kann, ist es einem Fahrer mit einem Führerschein der Klasse B gestattet, das Fahrzeug zu steuern.
Ein weiterer Vorteil der Ablastung eines Wohnmobils können geringere laufende Kosten sein. Durch das maximale Gewicht von höchstens 3,5 Tonnen im Vergleich zu 3,8 oder 4,4 Tonnen verbraucht das Fahrzeug weniger Kraftstoff, die Abnutzung der Reifen ist geringer und möglicherweise lassen sich Einsparungen bei der Versicherung des Wohnmobils erzielen. Zudem können sich durch die Ablastung und das reduzierte Gewicht verbesserte Fahreigenschaften ergeben, wie zum Beispiel ein verkürzter Bremsweg oder besseres Handling in Kurven. Auch auf Mautstraßen kann hier Geld gespart werden, wenn eine Ablastung des Campers vorgenommen wurde.
Wie teuer ist das Auflasten oder Ablasten eines Wohnmobils?
So pauschal kann die Frage natürlich nicht beantwortet werden, da die Kosten für das Ab- oder Auflasten deines Wohnmobils variieren – je nach den spezifischen Maßnahmen und der Komplexität des Umbaus. Die kostengünstigste Option ist oft die Erlangung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Hersteller für das Auflasten des Fahrzeugs. Die Gebühren für die Ausstellung dieser Bescheinigung durch den Hersteller liegen normalerweise zwischen 150 und 350 Euro.
Ebenso relativ preiswert ist die Bescheinigung des Ablastens des Wohnmobils durch eine Prüfstelle sowie die Aktualisierung der Fahrzeugdaten bei der Zulassungsstelle. Für die Prüfung und die Ausstellung der Bescheinigung durch den TÜV müssen etwa 60 bis 120 Euro einkalkuliert werden, um das maximale zulässige Gesamtgewicht des Wohnmobils zu ändern. Denk trotzdem daran, die TÜV Prüfer vorher einmal anzrufen und alles Nötige abzuklären, bevor du hinfährst. Die Kosten für die Aktualisierung der Fahrzeugdaten bei der Zulassungsstelle betragen aber in der Regel etwa 15 bis 30 Euro.
Die Kosten steigen deutlich, wenn andere Methoden zur Änderung des maximal zulässigen Gesamtgewichts angewendet werden. Eine Auflastung durch den Einbau neuer Federn oder Reifen kann mit Beträgen im hohen dreistelligen oder niedrigen vierstelligen Bereich verbunden sein. Falls ein vollständiger Austausch des Fahrwerks erforderlich ist, müssen Kosten von mehreren Tausend Euro eingeplant werden.
Wo kann man ein Wohnmobil ablasten oder auflasten?
Eine unkomplizierte Option für Auf- oder Ablastungen bietet sich beim Händler noch vor dem Kauf. Indem du deine Wünsche bezüglich einer Erhöhung oder Reduzierung des maximal zulässigen Gesamtgewichts äußerst, zeigen sich super viele Händler kooperativ und können dir direkt von Beginn an unter die Arme greifen. Besonders das Ablasten gestaltet sich bei vielen Modellen problemlos, während für eine Auflastung etwas mehr Zeit und höhere Kosten eingeplant werden müssen. Es empfiehlt sich, einfach den Händler zu kontaktieren und nach den Möglichkeiten zu fragen.
Auch nach dem Kauf besteht bei vielen Modellen die Möglichkeit einer Auf- oder Ablastung, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Für das Ablasten ist der Besuch einer anerkannten Prüfstelle oder Werkstatt erforderlich. Bei der Auflastung können Fachleute wie Knaus, Karabag oder Linnepe helfen, um das maximal zulässige Gesamtgewicht zu erhöhen. Doch auch anerkannte Werkstätten können eine Auflastung des Wohnmobils bei vielen Modellen!
Ich hoffe sehr, dass dir dieser Beitrag weitergeholfen hat.




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